Neuropsychologische Perspektive auf Vertrauen und Empathie in der Mensch–Hund-Beziehung


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Neuropsychologische Perspektive auf Vertrauen und Empathie in der Mensch–Hund-Beziehung

Neuropsychologische Perspektive auf Vertrauen und Empathie in der Mensch–Hund-Beziehung


Verfasser: Sait Emre Güneş  1. Gehirn, Empathie und Spiegelneuronen


Neuropsychologische Forschung zeigt, dass die Beziehung zwischen Mensch und Hund nicht nur verhaltensbasiert, sondern auch neurophysiologisch resonant ist.

Das System der Spiegelneuronen wird sowohl bei Menschen als auch bei Hunden aktiviert, wenn das Gegenüber eine Handlung ausführt oder ein Gefühl ausdrückt (Rizzolatti & Craighero, 2004).


Dadurch können Hunde die emotionale Stimmung ihres Menschen wahrnehmen und im eigenen Gehirn nachvollziehen.

Hunde verstehen uns also wirklich – aber wir müssen auch lernen, sie zu verstehen.


„Hunde verstehen uns, und wir sollten lernen, sie zu verstehen.“

— Sait Emre Güneş  2. Die neuropsychologische Grundlage des Vertrauens


Wenn der Anführer des Hundes stark und beschützend ist, fühlt sich das Rudel sicher und schläft in Frieden.

Denn das Gehirn betrachtet Vertrauen – sowohl beim Menschen als auch beim Hund – als biologisches Grundbedürfnis.

Eine ruhige, stabile und schützende Energie des Anführers erhöht den Oxytocinspiegel des Hundes, was im limbischen System ein Gefühl von Sicherheit und Zugehörigkeit erzeugt (Nagasawa et al., 2015).


Das Vertrauen entsteht im Hundehirn, sobald die Wahrnehmung von Gefahr verschwindet.

In diesem Moment beruhigt sich die Amygdala, der präfrontale Kortex wird aktiviert, und Lernen wird dauerhaft (LeDoux, 2012). „Ihr Anführer ist stets wachsam und bereit, sie zu beschützen.“

— Sait Emre Güneş Berührung, Zärtlichkeit und Gehirnwellen


Für Hunde ist eine zärtliche Berührung die reinste Form des Vertrauens.

Die Hand eines Menschen sendet dem Gehirn des Hundes das Signal „keine Gefahr“, wodurch das Nervensystem in den parasympathischen Zustand übergeht (Handlin et al., 2011).


In diesem Moment synchronisieren sich die Gehirnwellen von Mensch und Hund,

und dieser gemeinsame Rhythmus wird als emotionale Kohärenz bezeichnet (Kujala et al., 2020).

Eine Berührung oder ein sanfter Ton vermittelt also eine tiefere Vertrauensbotschaft als Worte. 4. Neuroplastizität und Lernen durch Vertrauen


Das Gehirn lernt nicht unter Angst, es reagiert nur auf Überleben.

Doch in einer Atmosphäre des Vertrauens – wenn emotionale Sicherheit gegeben ist –

bildet das Gehirn neue neuronale Verbindungen; dieser Prozess wird Neuroplastizität genannt (Kolb & Gibb, 2014).


Wiederholte positive Interaktionen stärken die Lernnetzwerke im Gehirn sowohl des Menschen als auch des Hundes.

Darum ist gewaltfreie, empathiebasierte Erziehung nicht nur ethisch, sondern auch biologisch die effektivste Methode.  5. Die evolutionäre Tiefe der Mensch–Hund-Bindung


Hunde haben sich im Verlauf von Jahrtausenden an den Menschen angepasst und lernen, menschliche Emotionen neurobiologisch zu spiegeln.

fMRT-Studien zeigen, dass Hunde beim Hören emotionaler Veränderungen in der menschlichen Stimme dieselben Hirnregionen aktivieren

wie Menschen – insbesondere im temporalen Kortex (Andics et al., 2014).


Dies beweist, dass die Beziehung zwischen Mensch und Hund nicht nur erlernt, sondern evolutionär im Gehirn verankert ist. Fazit: Gleichgewicht zwischen Führung, Vertrauen und Liebe


Wahre Führung basiert nicht auf Angst, sondern auf Vertrauen.

Ein Rudel glaubt nicht an die Stärke seines Anführers, sondern an seine Zärtlichkeit.

Wenn Schutzinstinkt und Liebe zusammenkommen, entsteht sowohl im Gehirn als auch im Herzen Frieden.


„Wenn der Anführer des Hundes stark und beschützend ist, fühlt sich das Rudel sicher und schläft in Frieden.

Denn der Anführer ist immer wachsam und bereit, sie zu beschützen.“

— Sait Emre Güneş


Dieses Verständnis gilt nicht nur für die Beziehung zwischen Mensch und Tier,

sondern auch für die Kommunikation zwischen Menschen:

Vertrauen entsteht aus Verständnis, und Verständnis nährt sich aus Liebe. Literaturverzeichnis (APA 7. Auflage)


Andics, A., Gábor, A., Gácsi, M., Faragó, T., Szabó, D., & Miklósi, Á. (2014). Voice-sensitive regions in the dog and human brain are revealed by comparative fMRI. Current Biology, 24(5), 574–578.


Handlin, L., Hydbring-Sandberg, E., Nilsson, A., Ejdebäck, M., Jansson, A., & Uvnäs-Moberg, K. (2011). Short-term interaction between dogs and their owners: Effects on oxytocin, cortisol, insulin and heart rate. Anthrozoös, 24(3), 301–315.


Kolb, B., & Gibb, R. (2014). Searching for the principles of brain plasticity and behavior. Cortex, 58, 251–260. Kujala, M. V., Törnqvist, H., Somppi, S., Hänninen, L., & Vainio, O. (2020). Human–dog emotional contagion: Brain-to-brain synchrony during social interaction. Scientific Reports, 10, 20474.


LeDoux, J. (2012). Rethinking the emotional brain. Neuron, 73(4), 653–676.


Nagasawa, M., Mitsui, S., En, S., Ohtani, N., Ohta, M., Sakuma, Y., & Kikusui, T. (2015). Oxytocin–gaze positive loop and the coevolution of human–dog bonds. Science, 348(6232), 333–336.


Rizzolatti, G., & Craighero, L. (2004). The mirror-neuron system. Annual Review of Neuroscience, 27, 169–192.